Plusenergie-Passivhaus | k2

Projektdaten

Passivhaus_00

Kategorie                        Innovativer Entwurf
Titel                                  Plusenergie-Passivhaus | k2
Standort                          Nürnberg
Planverfasser                 BUCHER | HÜTTINGER – ARCHITEKTUR INNEN ARCHITEKTUR
Nutzung                          Wohnhaus
Bruttogrundfläche        354 m²
Wohnfläche                    245,80 m²
Gebäudehülle                368,21 m²

 

 

 

Beschreibung des Bauvorhabens
Einfamilienhaus mit Nebengebäude – Das ökologische Holzhaus befindet sich östlich vom Stadtzentrum Nürnbergs in ruhiger Lage nahe am Pegnitztal und Reichswald. Der vormals größere Bauplatz wurde geteilt, um eine sinnvolle Nachverdichtung zu ermöglichen. Das auf dem neu entstandenen Grundstück ungünstig gelegene Bestandsgebäude wurde abgerissen, da eine energetische Sanierung nicht wirtschaftlich gewesen wäre. Entwurfsbestimmend beim Neubau war zum einen der überwiegend aus Eichen bestehende alte Baumbestand entlang der Grundstücksgrenze. Um diesen zu schützen, wurde das Wohnhaus mit Nebengebäude mit genügend Abstand zu den Bäumen auf dem Grundstück platziert. Zum anderen sollte für das energieeffiziente Haus aber auch eine verschattungsfreie Südseite mit genügend Platz zum Nachbarhaus geschaffen werden. Dies konnte realisiert werden, indem das Gebäude exakt an die vorgegebene und einzuhaltende Baugrenze gesetzt wurde. So entstand eine fünfeckige Grundrissform für ein kompaktes Passivhaus mit sehr gutem A/V-Verhältnis. Das Wohnhaus wird auf der Nordwestseite durch ein extensiv begrüntes Nebengebäude erweitert und bildet durch die einheitliche Holzverkleidung aus Weißtanne eine homogene Einheit. Die Baukörper zeigen sich schlicht mit reduzierter Material- und Farbauswahl und fügen sich zurückhaltend in die üppige umliegende Natur ein. Öffnungen in Fassade und Innenbereichen lassen das Haus von allen Seiten im Tageslicht immer wieder neu erleben und schaffen spannende Aus- und Durchblicke.

Die klare Formensprache der Architektur geht nahtlos in den Innenausbau über. Im Eingangsbereich mit angrenzender Garderobe befindet sich ein offen gestalteter großer Treppenraum mit Galerie. Über eine Glastür gelangt man in den großzügigen Wohn- und Essbereich mit Küche, der sich nach Süden hin zum Garten öffnet. Von hier kommt man durch große Hebeschiebetüren niveaugleich nach Außen auf die umlaufende Terrasse. Die Auskragung des OG fungiert dabei gleichzeitig als Überdachung. Der offene Wohnraum wird zusätzlich durch das nur mit Schallschutzverglasungen abgetrennte, angrenzende Musikzimmer erweitert. Bad, Schlaf- und Aufenthaltsräume im OG werden über die nordseitig gelegene Galerie erschlossen. Die Zimmer sind mit großen Fenstern ausgestattet und ermöglichen einen freien Blick in die Natur. Die leichte Hanglage ermöglichte es im KG einen großen Lichtgraben auszuführen und die Ostseite komplett mit bodentiefen Fenstern auszustatten, um alle Zimmer gut mit Tageslicht auszuleuchten. Durch den separaten Zugang über die vorgelagerte ebenerdige Holzterrasse kann das KG auch als Einliegerwohnung genutzt werden. Die Grundrisse lassen sich als Mehrgenerationen Konzept flexibel an sich wandelnden Wohnbedürfnissen anpassen.

Passivhaus_Eingang Passivhaus_Wohnbereich Passivhaus_Kueche

Nachhaltigkeit im Bauwesen
Plusenergie-Passivhaus – Das Wohnhaus wurde komplett aus massiven Holzelementen gefertigt. Das verbaute Material aus dem nachwachsenden Baustoff Holz kann zurückgebaut werden und für andere Bauten wiederverwendet werden oder zum Beispiel in Form von Hackschnitzeln zukünftigen Generationen als CO2-neutralen Brennstoff dienen – Konsequente Verwendung von umweltfreundlichen und regenerativen Baustoffen – 100 %er Einsatz von erneuerbaren Energien – Nachhaltige Entwässerungstechnik mit Regenwasserzisterne und sickerfähig ausgeführte Wege und Flächen

Praxistauglichkeit (baukonstruktiv, funktional)
Konsequentes ökologisches und nachhaltiges Bauen – Besonderer Wert wurde auf die konsequente Verwendung von umweltfreundlichen, wohngesunden und regenerativen Baustoffen gelegt. Vom Tragwerk über Dämmmaterialien bis hin zum Interieur dominiert beim Plusenergiehaus der nachwachsende Baustoff Holz. Aus ökologischen und ökonomischen Gründen wurde das Passivhaus komplett aus großformatigen, massiven Brettsperrholzelementen und Holzrahmenbauwänden vorgefertigt, wodurch die Bauzeit verkürzt und auch die Baufeuchte reduziert werden konnte. Für die rundum gut gedämmte Gebäudehülle kamen Zellulose- und Holzfaserdämmung zum Einsatz. Neben der Konstruktion, den Fenstern und der Dämmung wurde auch im Innenausbau fast ausschließlich der nachwachsende Baustoff Holz verwendet. Die Treppe, die Landhausdielen sowie die Terrassendielen sind aus Eiche. Das eingesetzte Holz stammt aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft mit FSC- und PEFC-Siegel. Die restlichen verwendeten Baumaterialien sind vom Sentinel-Haus Institut empfohlen und nature-plus oder vom eco-Institut zertifiziert.

Innovation (gestalterisch, anlagentechnisch)
Ein Wohnhaus mit visionärem Energiekonzept und hohem Wohnkomfort – Aspekten der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz folgend, kamen für die Haustechnik erneuerbare Energien zum Einsatz. Ein Passivhaus-Kompaktgerät mit integrierter Wärmepumpe und Lüftungsanlage mit passiver Wärmerückgewinnung, sorgt für permanent frische und hygienisch saubere Luft. Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft erfolgt über einen hocheffizienten Kreuzgegenstrom-Wärmeaustauscher und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Zusätzlich wird Wärme aus der Außenluft gewonnen. Diese durch die Wärmepumpe effizient bereitgestellte Energie wird an das Heiz- bzw. Warmwassersystem abgegeben. Durch den Einsatz einer energieeffizienten Beleuchtung und von optimierten Pumpen werden zusätzlich die Stromkosten reduziert. Der benötigte Energiebedarf wird komplett durch Erneuerbare Energien gedeckt. Die auf dem Flachdach installierte Photovoltaikanlage erzeugt mehr Energie als verbraucht wird und macht das Passivhaus zu einem Plusenergiehaus (Effizienzhaus 40 Plus). Der Strom wird direkt genutzt für Wärmepumpe, Lüftungsanlage, Haushaltsgeräte, Beleuchtung und zum Aufladen zukünftiger Elektro-Fahrzeuge. Der Überschuss des Solarstroms wird in das öffentliche Netz eingespeist. Eine nachhaltige Entwässerungstechnik mit Regenwasserzisterne und sickerfähig ausgeführte Wege und Flächen runden das ökologische Gesamtkonzept ab.

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