Warum Deutschland eine Wärmewende braucht

Foto Wärmewende

Etwa die Hälfte des bundesdeutschen Energieverbrauchs – der weitaus größte Posten im Bedarfsmix – entfällt auf den Gebäudebereich: Der Wärmebedarf von Wohn- und Bürogebäuden sowie Industriebetrieben ist enorm. Dr. Karl Ludwig Brockmann, Konzernbeauftragter Umwelt und Nachhaltigkeit der KfW Bankengruppe sagt: „Die Energiewende lässt sich nur vollenden, wenn wir aufhören, in Wohnungen, Büros und Fabriken Wärme zu verschwenden.“ Rund 53 Milliarden Euro zahlten die Verbraucher in Wohn- und Nicht-Wohngebäuden allein für die Raumwärme. Die KfW-Sachverständigen sehen unter anderem folgende Hebel, um die Wärmewende in Schwung zu bringen:

1.    Gebäude isolieren, damit weniger Wärme entweicht.

2.    Energieeffizienter bauen, um den Energiebedarf von Neubauten zu reduzieren.

3.    Erneuerbare Energie stärker nutzen, auch dezentral, im Gebäude, und nicht nur über die großen Energieversorger.

Wie viel Energie in den Erneuerbaren steckt, zeigt schon ein Blick auf die Photovoltaik: 2016 erzeugte eine installierte Gesamtleistung von 41 Gigawatt in Deutschland eine Strommenge von 38,2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das bedeutet einen Anteil von 6,4 Prozent am Stromverbrauch und 23,3 Millionen Tonnen CO2-Einsparungen. Ein schier unerschöpfliches Potenzial: Die Energiemenge, die jährlich von der Sonne auf die Erde einstrahlt, übersteigt den weltweiten Bedarf etwa 2.850-fach – und kann durch bereits verfügbare Technologien erschlossen werden.